Kunstfelsen selber machen: Felsoptik mit vertikalem Stempelbeton gestalten

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Kunstfelsen selber machen: Felsoptik mit vertikalem Stempelbeton gestalten

Mit vertikalem Stempelbeton lassen sich realistische Kunstfelsen direkt an Wänden, Rundungen, Ecken und individuellen Formen gestalten. Mithilfe spezieller Fels-Stempelmatrizen werden natürliche Steinstrukturen in den frischen Beton übertragen und anschließend durch Risse, Fugen und zusätzliche Modellierungen weiter ausgearbeitet.

In dieser Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du mit Vertikal Standard Stempelbeton eine realistische Felsoptik selber herstellen kannst.

Wie entstehen Kunstfelsen mit Stempelbeton?

Für die Herstellung der Felsoptik werden im Wesentlichen zwei Komponenten benötigt:

  • Vertikal Standard Stempelbeton
  • eine Stempelmatrize für Felsstrukturen

Die verwendeten Felsmatrizen basieren häufig auf Abformungen echter Natursteinoberflächen. Dadurch enthalten sie sowohl grobe Bruchstrukturen als auch feine Details.

Je nach Matrize lassen sich damit massive, rustikale Kunstfelsen oder feinere Natursteinoberflächen herstellen.

Ein weiterer Vorteil: Die Stempelmatrizen können mehrfach verwendet werden.

Was wird für die Kunstfelsen benötigt?

Je nach Aufbau benötigst du unter anderem:

  • Vertikal Standard Stempelbeton
  • Wasser
  • sauberen Eimer
  • Rührquirl
  • Kelle
  • Fels-Stempelmatrize
  • geeignetes Trennmittel
  • Spitzkelle, Messer oder Fugenkelle
  • Pinsel
  • gegebenenfalls Streckmetall als Unterkonstruktion

Bei besonders starken dreidimensionalen Formen können zusätzlich Styropor- oder Styrodurelemente als Unterbau eingesetzt werden.

Vertikal Standard Stempelbeton anmischen

Der Trockenmörtel wird entsprechend der Herstellerangaben mit Wasser angemischt.

Dazu zunächst Wasser in einen geeigneten Eimer geben, anschließend den Trockenmörtel hinzufügen und alles mit einem Rührquirl zu einer gleichmäßigen Masse vermischen.

Für die Gestaltung von Kunstfelsen sollte die Konsistenz ausreichend geschmeidig sein. So kann sich das Material später gut in die tiefen Strukturen der Stempelmatrize einformen.

Im gezeigten Beispiel werden für eine ausgeprägte rustikale Felsstruktur etwa 1,3 Säcke pro Quadratmeter als Richtwert genannt. Der tatsächliche Verbrauch hängt jedoch stark von der gewünschten Schichtstärke und Felsstruktur ab.

1. Kontaktschicht auftragen

Der Stempelbeton wird in zwei Arbeitsgängen aufgebracht.

Zunächst entsteht eine dünne Kontaktschicht.

Bei einer Unterkonstruktion aus Streckmetall wird das Material so aufgetragen, dass es sich sicher innerhalb des Gitters verankert.

Das kann von Hand oder mit einer Kelle erfolgen.

Mit der Kelle wird das Material angesetzt und mit Druck über die Fläche gezogen, sodass eine geschlossene Verbindung zur Unterkonstruktion entsteht.

2. Gestaltungsschicht für die Felsen aufbauen

Anschließend folgt die eigentliche Gestaltungsschicht.

Für flache Strukturen wie Granit oder Schiefer reichen häufig deutlich geringere Schichtstärken. Im Video werden dafür etwa 1 bis 2 cm genannt.

Bei Kunstfelsen sieht das anders aus.

Aufgrund der tiefen Strukturen der Felsmatrize können einzelne Bereiche mehr als 5 bis 6 cm Material benötigen.

Dabei muss jedoch nicht die komplette Fläche gleich stark aufgebaut werden.

Besitzt die Matrize flachere und tiefere Bereiche, kann das Material gezielt dort stärker aufgetragen werden, wo später ausgeprägte Felsstrukturen entstehen sollen. Dadurch lässt sich Material sparen und die Oberfläche gleichzeitig natürlicher gestalten.

Stempelbeton mehrere Zentimeter stark auftragen

Für stärkere Bereiche kann der Stempelbeton portionsweise auf die Wand aufgebracht werden.

Anschließend wird die Oberfläche mit einer Kelle verteilt und grob geglättet.

Da Kunstfelsen ohnehin eine unregelmäßige Oberfläche besitzen, muss die Ausgangsfläche nicht vollkommen eben sein.

Kleine Unebenheiten können sogar dabei helfen, später eine natürlichere Felsstruktur zu erzeugen.

Trennmittel auftragen

Bevor die Felsmatrize in den frischen Stempelbeton gedrückt wird, kommt ein geeignetes Trennmittel zum Einsatz.

Dieses wird sowohl:

  • auf die Stempelmatrize
  • als auch auf den Stempelbeton

aufgetragen.

Dadurch lässt sich die Matrize nach dem Stempeln wieder sauber lösen, ohne die frisch erzeugte Struktur unnötig zu beschädigen.

Felsstruktur in den Beton stempeln

Nun wird die Stempelmatrize an der gewünschten Stelle positioniert.

Eine Hand hält die Matrize fest, während mit der anderen Hand die Oberfläche kräftig in den Stempelbeton gedrückt beziehungsweise geklopft wird.

Gerade bei tiefen Felsstrukturen darf dabei ausreichend Druck eingesetzt werden, damit auch stärkere Vertiefungen und Hinterschneidungen übertragen werden.

Anschließend wird die Matrize vorsichtig und möglichst gerade von der Fläche gelöst.

Zurück bleibt der positive Abdruck der ursprünglichen Felsstruktur.

Unterschiedliche Tiefen gezielt nutzen

Nicht an jeder Stelle muss gleich viel Stempelbeton vorhanden sein.

Wurde beispielsweise ein Bereich etwas dünner aufgebaut, kann dort ein flacherer Teil der Felsmatrize verwendet werden.

An Bereichen mit mehr Material können dagegen die tiefen Strukturen eingesetzt werden.

Mit zunehmender Erfahrung entwickelt man schnell ein Gefühl dafür, welcher Teil der Matrize zu welcher Schichtstärke passt.

Stempelmatrizen überlappen und drehen

Bei einer natürlichen Felsoptik sollte möglichst kein offensichtlich wiederkehrendes Muster entstehen.

Dafür kann die Matrize:

  • gedreht
  • versetzt
  • teilweise überlappt
  • mehrfach über bereits gestempelte Bereiche gesetzt

werden.

Gefällt eine bestimmte Stelle nicht, kann sie erneut bearbeitet beziehungsweise überstempelt werden.

So entsteht nach und nach eine unregelmäßige Oberfläche, die deutlich natürlicher wirkt als ein gleichmäßig wiederholtes Muster.

Wichtig beim Stempeln über Kopf und in Bodennähe

Normalerweise lässt sich die Matrize besonders angenehm etwa auf Brusthöhe bearbeiten.

Bei Flächen über Kopfhöhe oder in Bodennähe sollte allerdings darauf geachtet werden, die Matrize beim Entfernen gerade von der Oberfläche abzuziehen.

Wird die Matte beim Ablösen zur eigenen Körpermitte gezogen, kann die frisch gestempelte Struktur verzogen werden.

Die Bewegungsrichtung beim Entfernen sollte deshalb möglichst der Richtung entsprechen, in der die Matrize auf der Fläche sitzt.

Kunstfelsen auf Rundungen, Ecken und Formen

Vertikaler Stempelbeton muss nicht ausschließlich auf geraden Wänden verarbeitet werden.

Auch:

  • Rundungen
  • Säulen
  • Ecken
  • Krümmungen
  • individuelle Unterkonstruktionen

können damit gestaltet werden.

Dadurch lassen sich Felsstrukturen auch an Stellen realisieren, an denen klassische massive Natursteine nur schwer eingesetzt werden könnten.

Noch stärkere 3D-Felsen gestalten

Wer besonders massive Kunstfelsen erzeugen möchte, kann die Oberfläche noch weiter nach vorne aufbauen.

Im gezeigten Beispiel werden Strukturen beschrieben, die bis zu etwa 15 cm aus der Wand herausragen können.

Eine Möglichkeit wäre, die komplette Stärke mit Stempelbeton aufzubauen.

Materialsparender ist jedoch häufig ein Unterbau.

Hierfür können beispielsweise vorhandene Styropor- oder Styrodurstücke verwendet und entsprechend vorbereitet werden.

Darüber wird anschließend der eigentliche Systemaufbau hergestellt.

So entsteht ein deutlich stärkerer 3D-Effekt, ohne die komplette Tiefe ausschließlich mit Stempelbeton auffüllen zu müssen.

Risse in die Kunstfelsen schnitzen

Nach dem Stempeln kann die Felsoberfläche zusätzlich durch künstliche Risse und Fugen gestaltet werden.

Geeignete Werkzeuge sind beispielsweise:

  • Spitzkelle
  • Messer
  • Fugenkelle
  • Pinsel

Am besten orientierst du dich dabei bereits an vorhandenen Vertiefungen der gestempelten Felsstruktur.

Dadurch wirken zusätzliche Risse so, als würden sie natürlich aus der vorhandenen Steinstruktur entstehen.

So entstehen realistische Felsrisse

Setze die Spitzkelle an einer vorhandenen Vertiefung an und ziehe zunächst eine Linie durch die Oberfläche.

Durch wiederholtes Nacharbeiten kann der Riss anschließend vertieft werden.

Werden kleine Materialstücke entlang der Linie herausgelöst, entsteht bereits nach wenigen Arbeitsschritten eine deutlich plastischere Bruchstelle.

Danach wird die Stelle mit einem Pinsel nachgearbeitet.

Dabei werden überschüssige Materialreste entfernt und zu harte Kanten etwas geglättet.

Wie sollten natürliche Risse verlaufen?

Bei größeren Rissen empfiehlt es sich, einen nachvollziehbaren Verlauf zu wählen.

Beispielsweise können sie:

  • von rechts oben nach links unten
  • oder von links oben nach rechts unten

verlaufen.

Unnatürlich wirken dagegen häufig stark geschwungene Linien oder wahllos kreuz und quer verlaufende Risse.

Eine gute Orientierung bietet immer echter Naturstein.

Mehr Tiefe sorgt für mehr Wirkung

Die Tiefe der Fugen und Risse beeinflusst die optische Wirkung erheblich.

Je stärker einzelne Bereiche voneinander getrennt werden, desto plastischer erscheint die fertige Oberfläche.

Das Prinzip lässt sich nicht nur bei Kunstfelsen einsetzen, sondern beispielsweise auch bei:

  • Schieferoptik
  • Natursteinplatten
  • Klinker
  • Reliefstrukturen
  • frei geschnitzten Steinformaten

Besonders tiefe Bruchstellen erzeugen Licht und Schatten und verstärken dadurch die dreidimensionale Wirkung.

Freigelegtes Streckmetall ausbessern

Beim Schnitzen oder Stempeln kann es passieren, dass eine darunterliegende Unterkonstruktion aus Streckmetall punktuell sichtbar wird.

Das lässt sich einfach korrigieren.

Dazu etwas frischen Stempelbeton auf die betreffende Stelle geben und das Gitter wieder vollständig überdecken.

Anschließend kann die Oberfläche mit einem Pinsel an die umliegende Struktur angepasst werden.

Stempeln, Schnitzen und Modellieren kombinieren

Besonders individuell wird die Kunstfelsgestaltung, wenn verschiedene Techniken miteinander kombiniert werden.

Eine gestempelte Felsoberfläche kann beispielsweise zusätzlich:

  • mit Rissen versehen
  • frei geschnitzt
  • stärker modelliert
  • mit Reliefstrukturen kombiniert
  • in einzelne Steinplatten unterteilt

werden.

Dadurch dient die Stempelmatrize nicht als starre Vorgabe, sondern als Ausgangspunkt für eine individuelle Natursteinoberfläche.

Fazit: Kunstfelsen mit Stempelbeton selber gestalten

Die Kombination aus Vertikal Standard Stempelbeton und Fels-Stempelmatrizen ermöglicht es, natürliche Felsstrukturen vergleichsweise schnell auf unterschiedlichsten Flächen nachzubilden.

Der grundlegende Ablauf ist:

  1. Untergrund vorbereiten
  2. Stempelbeton anmischen
  3. dünne Kontaktschicht herstellen
  4. stärkere Gestaltungsschicht auftragen
  5. Trennmittel verwenden
  6. Felsstruktur stempeln
  7. Matrize drehen und überlappen
  8. Risse und Details nacharbeiten

Durch unterschiedliche Schichtstärken, zusätzliche Unterbauten und freie Schnitzarbeiten können sowohl dezente Steinoberflächen als auch stark dreidimensionale Kunstfelsen und Natursteinimitationen entstehen.

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