PU-Designboden selber gestalten: Marmoroptik mit Adern Schritt für Schritt

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Schwarze PU-Designboden-Musterplatte in Marmoroptik mit Obsidian und Peach-Ader sowie Werkzeugen zur Verarbeitung.

Ein moderner Designboden aus PU-Harz muss nicht kompliziert aufgebaut sein. Schon mit einer dunklen Grundfläche, zwei aufeinander abgestimmten Farbtönen und einer gezielt eingearbeiteten Ader lassen sich individuelle Oberflächen mit starker Tiefenwirkung gestalten.

In dieser Anleitung zeigen wir dir anhand einer Musterplatte aus unserem Showroom, wie ein Design mit schwarzer Basis, Obsidian und Peach entsteht – von der Untergrundvorbereitung bis zur abschließenden Versiegelung.

Was brauchst du für das Design?

Für das gezeigte Design werden unter anderem benötigt:

  • geeigneter und vorbereiteter Untergrund
  • Schleifmittel
  • Pure Resin Basic Grundierung
  • PU-Harz für die Gestaltungsschicht
  • lichtbeständige Pigmente
  • Farbton Obsidian
  • Farbton Peach
  • Rolle, Walze oder Spachtel
  • Schleifmittel für den Zwischenschliff
  • matte oder glänzende Versiegelung

Das Prinzip lässt sich nicht nur auf Musterplatten anwenden, sondern auch auf größere Designflächen und entsprechend vorbereitete Böden übertragen.

1. Untergrund vorbereiten und anschleifen

Im gezeigten Beispiel wird auf einer 16 mm starken MDF-Platte mit 60 × 80 cm gearbeitet.

Bevor die Grundierung aufgetragen wird, wird die Oberfläche vollständig angeschliffen.

Ziel ist eine gleichmäßig vorbereitete Fläche, auf der die nachfolgenden Schichten zuverlässig aufbauen können.

Nach dem Schleifen müssen Staub und lose Rückstände vollständig entfernt werden.

Bei einem echten Bodenprojekt richtet sich die notwendige Untergrundvorbereitung immer nach dem vorhandenen Untergrund. Entscheidend sind unter anderem Tragfähigkeit, Ebenheit und Feuchtigkeit.

2. Mit Pure Resin Basic grundieren

Anschließend wird die Oberfläche mit Pure Resin Basic vorbereitet.

Im Video wird die zweikomponentige, wasserbasierte Grundierung auf Epoxidharzbasis in zwei Arbeitsgängen aufgebracht.

Als Richtwert werden dabei jeweils ungefähr 240 g pro Quadratmeter genannt.

Wichtig ist ein:

  • gleichmäßiger Auftrag
  • geschlossenes Farbbild
  • sauberer Verlauf
  • Vermeiden unnötiger Überlappungen

Nach dem Grundieren sollte die Fläche gleichmäßig deckend erscheinen.

Diese Grundfläche beeinflusst später auch die Wirkung des Designs.

Schwarze Grundierung für mehr Tiefe

Für das gezeigte Design wird bewusst auf einer schwarzen Basis gearbeitet.

Dadurch bekommt die Oberfläche einen starken Kontrast und die später eingebrachten Pigmente können sich deutlich von der Grundfarbe abheben.

Je nach gewünschtem Design kann natürlich auch mit Grau, Weiß oder einer anderen geeigneten Grundfarbe gearbeitet werden.

3. PU-Harz mit Pigmenten vorbereiten

Für die Gestaltungsschicht kommt ein Polyurethanharz zum Einsatz.

PU-Harz bietet gegenüber klassischen Epoxidharzsystemen andere Materialeigenschaften und eignet sich besonders für hochwertige Designflächen.

In Kombination mit lichtbeständigen Pigmenten lassen sich intensive und individuelle Farbwirkungen erzeugen.

Für das gezeigte Design werden zwei Farbtöne kombiniert:

Obsidian bildet die Hauptfläche.

Peach wird für die kontrastierende Ader verwendet.

Wie viel PU-Harz wird benötigt?

Im Beispiel werden insgesamt ungefähr 1.000 g Harz pro Quadratmeter verarbeitet.

Damit entsteht eine Schichtstärke von ungefähr 1 mm.

Der tatsächliche Verbrauch eines Projekts hängt jedoch vom verwendeten System, Untergrund und gewünschten Aufbau ab. Orientiere dich deshalb immer an den Angaben im technischen Merkblatt.

4. Hauptfarbe auf der Fläche verteilen

Zunächst wird das mit Obsidian pigmentierte PU-Harz auf die vorbereitete Fläche gegeben.

Das Material wird anschließend gleichmäßig verteilt, sodass die komplette Fläche bedeckt ist.

Zu diesem Zeitpunkt muss das spätere Design noch nicht vollständig ausgearbeitet sein.

Die dunkle Hauptfarbe bildet zunächst die Grundlage.

5. Ader diagonal aufgießen

Nun kommt der zweite Farbton ins Spiel.

Das mit Peach pigmentierte Material wird in einer deutlich kleineren Menge verwendet und diagonal über die dunkle Grundfläche gegossen.

Genau diese einfache Bewegung bildet die Grundlage der späteren Ader.

Die Ausrichtung ist dabei nicht fest vorgeschrieben.

Du kannst die Ader beispielsweise:

  • diagonal
  • leicht geschwungen
  • verzweigt
  • mehrfach
  • unterschiedlich breit

über die Fläche führen.

Dadurch lässt sich jedes Design individuell auf den Raum beziehungsweise das gewünschte Erscheinungsbild abstimmen.

6. Ader aufbrechen und mit der Grundfarbe verbinden

Jetzt beginnt der entscheidende Gestaltungsschritt.

Mit einer Rolle, Walze oder einem geeigneten Spachtel wird durch die Ränder der helleren Ader gearbeitet.

Dabei werden die harten Kanten bewusst aufgebrochen.

Das Peach-Material vermischt sich dadurch stellenweise mit dem dunklen Obsidian und erzeugt weichere Übergänge.

Es geht nicht darum, beide Farben vollständig miteinander zu vermischen.

Stattdessen sollen kontrollierte Überlappungen entstehen.

Dadurch entwickelt die Fläche ihre Tiefe und den charakteristischen Design-Look.

Nicht zu perfekt arbeiten

Gerade bei Marmor-, Stein- und Aderdesigns wirken vollkommen gleichmäßige Linien häufig unnatürlich.

Unterschiedliche Breiten, leichte Unterbrechungen und zufällige Übergänge sorgen dagegen für eine individuellere Wirkung.

Das macht diese Gestaltungstechnik besonders interessant:

Kein Boden sieht exakt wie der andere aus.

Mehrere Adern und Farben kombinieren

Das gezeigte Design besteht aus einer Hauptfarbe und einer kontrastierenden Ader.

Das Prinzip lässt sich jedoch beliebig erweitern.

Du kannst beispielsweise:

  • mehrere Adern einarbeiten
  • unterschiedliche Pigmentfarben kombinieren
  • sehr feine Linien erzeugen
  • breite Farbverläufe gestalten
  • komplett ohne Adern arbeiten
  • drei oder mehr Farben miteinander verbinden

Dadurch entstehen Oberflächen von ruhig und minimalistisch bis stark marmoriert und kontrastreich.

7. Oberfläche aushärten lassen

Nach der Gestaltung muss die PU-Schicht vollständig entsprechend den Produktvorgaben aushärten.

Während dieser Zeit sollte die Fläche nicht mehr bearbeitet oder betreten werden.

Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schichtstärke können die Aushärtungszeit beeinflussen.

Orientiere dich deshalb immer am technischen Merkblatt des verwendeten Systems.

8. Designfläche anschleifen

Nach der Aushärtung wird die Oberfläche für die abschließende Versiegelung vorbereitet.

Im gezeigten Ablauf erfolgt dies am folgenden Tag.

Die Fläche wird angeschliffen, sodass eine gleichmäßige Grundlage für das Finish entsteht.

Anschließend müssen Schleifstaub und sämtliche Rückstände vollständig entfernt werden.

9. Matt oder glänzend versiegeln

Zum Schluss entscheidet die Versiegelung maßgeblich darüber, wie das fertige Design wirkt.

Matte Versiegelung

Ein mattes Finish wirkt:

  • ruhig
  • modern
  • reduziert
  • besonders hochwertig bei dunklen Designs

Reflexionen werden reduziert und die Fläche erscheint optisch gleichmäßiger.

Glänzende Versiegelung

Eine glänzende Oberfläche betont dagegen:

  • Farbtiefe
  • Pigmente
  • Kontraste
  • Spiegelwirkung

Gerade Metallic- und Marmorierungen können dadurch noch intensiver erscheinen.

Welche Variante besser passt, hängt vom Raum und vom gewünschten Design ab.

Warum eine Versiegelung sinnvoll ist

Die abschließende Versiegelung beeinflusst nicht nur die Optik.

Sie bildet zugleich die finale Nutzschicht des Systems und kann die Oberfläche je nach verwendetem Produkt widerstandsfähiger und pflegeleichter machen.

Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil des gesamten Bodenaufbaus.

Das Grundprinzip für eine einfache Marmorader

Der komplette Ablauf lässt sich auf wenige Schritte reduzieren:

  1. Untergrund vorbereiten und schleifen
  2. Fläche grundieren
  3. Grundierung vollständig trocknen lassen
  4. PU-Harz in der Hauptfarbe auftragen
  5. zweite Farbe diagonal als Ader eingießen
  6. Kanten mit Rolle oder Spachtel aufbrechen
  7. Farben kontrolliert ineinanderlaufen lassen
  8. Oberfläche aushärten lassen
  9. anschleifen
  10. matt oder glänzend versiegeln

Gerade die Adertechnik eignet sich gut, um mit vergleichsweise wenigen Arbeitsschritten ein sehr individuelles Ergebnis zu erzeugen.

Fazit: Individuelle Designböden müssen nicht kompliziert sein

Für einen außergewöhnlichen PU-Designboden braucht es nicht zwangsläufig viele Farben oder komplizierte Gestaltungstechniken.

Bereits die Kombination aus einer schwarzen Basis, Obsidian und einer kontrastierenden Peach-Ader erzeugt eine starke und individuelle Oberfläche.

Entscheidend ist vor allem, die zweite Farbe nicht einfach als harte Linie stehen zu lassen. Durch das gezielte Aufbrechen und leichte Vermischen der Übergänge entsteht die eigentliche Tiefe des Designs.

Und genau darin liegt einer der größten Vorteile solcher Designböden:

Du entscheidest selbst über Farben, Verlauf, Anzahl und Intensität der Adern – und gestaltest damit eine Oberfläche, die es kein zweites Mal gibt.

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