Untergrund für Natursteinimitation vorbereiten: So hält vertikaler Stempelbeton

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Untergrund für Natursteinimitation vorbereiten: So hält vertikaler Stempelbeton

Ob Felswand, Steinoptik oder individuelle Natursteinimitation: Damit die fertige Oberfläche dauerhaft hält, kommt es bereits vor der eigentlichen Gestaltung auf den richtigen Untergrund an.

Je nach Oberfläche kann der vertikale Stempelbeton direkt aufgetragen werden, eine zusätzliche Haftschicht benötigen oder sogar mechanisch mit dem Untergrund verbunden werden.

In diesem Artikel zeigen wir dir die drei wichtigsten Fälle und erklären, wie du unterschiedliche Untergründe für die Fels- und Natursteingestaltung vorbereitest.

Warum ist die Untergrundvorbereitung so wichtig?

Vertikaler Stempelbeton wird in einer vergleichsweise hohen Schichtstärke aufgetragen und anschließend modelliert, geschnitzt oder gestempelt. Damit daraus eine dauerhaft stabile Oberfläche entsteht, muss das Material sicher mit dem vorhandenen Untergrund verbunden sein.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, welcher Untergrund vorhanden ist, sondern wie dieser vorbereitet wird.

Grundsätzlich unterscheiden wir drei Fälle:

  1. raue und tragfähige Oberflächen
  2. glatte oder verputzte Oberflächen
  3. arbeitende oder kritische Untergründe wie Holz

Für jeden dieser Fälle ist ein anderer Aufbau sinnvoll.

1. Raue Oberflächen: häufig ohne zusätzliche Haftschicht

Ein rauer, fester und tragfähiger Untergrund bietet bereits gute Voraussetzungen für die Verarbeitung von vertikalem Stempelbeton.

Durch Vertiefungen und Unebenheiten kann sich das Material mechanisch mit der Oberfläche verbinden beziehungsweise darin verkeilen.

Ist der Untergrund entsprechend geeignet, kann eine zusätzliche Untergrundvorbehandlung daher je nach Aufbau entfallen.

Typische Voraussetzungen sind:

  • feste und tragfähige Oberfläche
  • ausreichend raue Struktur
  • frei von Staub und losen Bestandteilen
  • keine trennenden Verschmutzungen oder Beschichtungen

Vor dem Auftrag sollte der Untergrund deshalb immer sorgfältig geprüft werden.

2. Glatte Oberflächen: Haftbrücke mit Klebemörtel herstellen

In der Praxis trifft man häufig auf glatte Wände, Putzflächen oder Dämmstoffoberflächen, auf denen der Stempelbeton nicht ausreichend mechanisch greifen kann.

Hier wird zunächst eine Kontaktschicht beziehungsweise Haftbrücke hergestellt.

Dafür kommt ein geeigneter Klebemörtel zum Einsatz. Dieser schafft die Verbindung zwischen dem vorhandenen Untergrund und dem später aufgetragenen Stempelbeton.

Der Haftmörtel wird mit Wasser angemischt und anschließend mit einer Kelle gleichmäßig auf die Fläche aufgetragen.

Bei sehr glatten Oberflächen empfiehlt es sich, den Untergrund vorher zusätzlich anzurauen.

Die Haftschicht richtig auftragen

Der angemischte Klebemörtel wird mit der glatten Seite der Kelle auf den vorbereiteten Untergrund aufgezogen.

Anschließend wird die Oberfläche bewusst strukturiert.

Dafür kann beispielsweise die Zahnung einer geeigneten Kelle verwendet werden. Die Zahnung wird horizontal über die Fläche gezogen, sodass eine deutlich raue Struktur entsteht.

Dadurch erhält der anschließend aufgetragene vertikale Stempelbeton zusätzliche Möglichkeiten, sich mit der Kontaktschicht zu verbinden.

Nach der Vorbereitung sollte eine gleichmäßig raue und tragfähige Oberfläche vorhanden sein.

3. Holz und andere arbeitende Untergründe: mechanische Verankerung

Bei Untergründen wie Holz oder OSB-Platten reicht eine reine Haftbrücke nicht immer aus.

Der Grund: Holz kann auf Veränderungen von Temperatur und Feuchtigkeit reagieren und sich dabei ausdehnen, zusammenziehen oder verformen. Eine starre mineralische Beschichtung verhält sich dagegen anders.

Dadurch kann das Risiko für Spannungen und Risse steigen.

Bei solchen Konstruktionen kann deshalb eine mechanische Verankerung mit einem Putzträger notwendig sein.

Stempelbeton auf Holz mit Streckmetall

Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Streckmetall.

Das Metallgitter wird passend zugeschnitten und mechanisch am Untergrund befestigt. Wichtig ist, dass der Putzträger:

  • sicher mit dem Untergrund verbunden ist
  • möglichst straff sitzt
  • keine starken Wellen bildet
  • ausreichend Befestigungspunkte besitzt

Der vertikale Stempelbeton kann sich anschließend innerhalb der Struktur des Streckmetalls mechanisch verankern.

So wird die Gestaltungsschicht nicht ausschließlich von der Haftung auf dem Holz abhängig.

Bei der Verarbeitung von Streckmetall sollten aufgrund der scharfen Kanten unbedingt geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung getragen werden.

Alternative mechanische Verankerungen

Je nach Projekt können auch andere Formen der mechanischen Verbindung sinnvoll sein.

Im Ausgangsbeispiel werden beispielsweise Schrauben im Untergrund befestigt und anschließend mit Draht miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine zusätzliche Struktur, in welcher sich das aufgetragene Material verankern kann.

Welche Konstruktion geeignet ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Projekt, Untergrund und der späteren Belastung ab.

Gerade bei größeren, schweren oder sicherheitsrelevanten Konstruktionen sollte der Aufbau fachgerecht geplant werden.

Styrodur und Styropor für Kunstfelsen vorbereiten

Styrodur und ähnliche Dämmstoffe werden häufig verwendet, wenn größere Formen, Kunstfelsen oder dreidimensionale Steinstrukturen aufgebaut werden sollen.

Da die Oberfläche vergleichsweise glatt sein kann, sollte sie zunächst angeraut werden.

Anschließend wird eine geeignete Haftschicht aufgetragen und strukturiert. Erst danach folgt der eigentliche Aufbau mit dem Modellier- beziehungsweise Stempelbeton.

So entsteht aus einer zunächst glatten Grundform eine Oberfläche, auf der später Felsen, Steine und andere Strukturen modelliert werden können.

Welche Untergrundvorbereitung brauche ich?

Als einfache Orientierung gilt:

Raue, mineralische Oberfläche:
Eine direkte Verarbeitung kann möglich sein, sofern der Untergrund fest, sauber und ausreichend griffig ist.

Glatte oder schwach strukturierte Oberfläche:
Eine zusätzliche Haftbrücke beziehungsweise Kontaktschicht herstellen.

Holz oder andere arbeitende Untergründe:
Je nach Aufbau eine mechanische Verankerung beziehungsweise einen geeigneten Putzträger einsetzen.

Der Untergrund sollte jedoch immer individuell bewertet werden. Entscheidend sind unter anderem Material, Tragfähigkeit, Feuchtigkeit, spätere Belastung und Einsatzbereich.

Sicherheit bei der Verarbeitung

Bei der Verarbeitung zementgebundener Materialien sollte die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwendet werden.

Dazu gehören je nach Produkt insbesondere:

  • Schutzhandschuhe
  • Schutzbrille
  • geeigneter Atemschutz
  • geeignete Arbeitskleidung

Die verbindlichen Angaben zu Verarbeitung, Mischungsverhältnis und Sicherheit findest du immer im jeweiligen technischen Merkblatt und Sicherheitsdatenblatt des verwendeten Produkts.

Die richtige Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis

Für eine hochwertige Natursteinimitation reicht es nicht aus, nur die spätere Steinstruktur perfekt zu modellieren. Die Grundlage für eine dauerhafte Oberfläche entsteht bereits darunter.

Raue Flächen können teilweise direkt beschichtet werden. Glatte Untergründe benötigen eine geeignete Kontaktschicht und bei arbeitenden Materialien wie Holz kann eine zusätzliche mechanische Verankerung erforderlich sein.

Oder anders gesagt:

Es gibt nicht nur den richtigen Untergrund – entscheidend ist vor allem die richtige Untergrundvorbereitung.

So schaffst du die Grundlage für individuelle Felswände, Kunstfelsen und Natursteinimitationen auf unterschiedlichsten Oberflächen.

 

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