„Was kostet ein Designboden pro Quadratmeter?“ Diese Frage bekommen wir sehr häufig. Und sie ist absolut verständlich. Wer einen neuen Boden plant, möchte wissen, mit welchem Budget er rechnen muss.
Trotzdem gibt es auf diese Frage keine seriöse Pauschalantwort. Ein hochwertiger Designboden ist kein Produkt, das einfach ausgepackt und verlegt wird. Er wird direkt auf dem vorhandenen Untergrund aufgebaut. Deshalb hängt der Preis stark davon ab, was unter der später sichtbaren Oberfläche passiert.
Ein Pure Resin Designboden besteht aus mehreren Schritten: Untergrundprüfung, Vorbereitung, eventuell Ausgleich, Grundierung, Designbeschichtung, Pigmentierung und Versiegelung. Jeder dieser Schritte beeinflusst den Preis.
Warum Quadratmeterpreise allein oft täuschen
Zwei Räume können gleich groß sein und trotzdem völlig unterschiedliche Kosten verursachen.
Ein neuer, trockener, tragfähiger Estrich ist eine andere Ausgangslage als alte Fliesen mit tiefen Fugen, hohlen Bereichen oder Pflegemittelrückständen. Auch Risse, Feuchtigkeit, alte Klebereste oder unebene Flächen können den Aufwand deutlich erhöhen.
Deshalb ist ein Quadratmeterpreis ohne Untergrundprüfung immer nur eine grobe Orientierung. Erst wenn klar ist, welcher Aufbau notwendig ist, kann ein realistischer Preis entstehen.
Der wichtigste Kostenfaktor: Der Untergrund
Der Untergrund entscheidet über den Aufwand. Er muss tragfähig, sauber, trocken und frei von Trennmitteln sein.
Alte Klebereste, Öl, Silikon, Staub, Weichmacher, Pflegeschichten oder instabile Ausgleichsmassen müssen entfernt werden. Wenn der Untergrund nicht vorbereitet wird, kann der neue Boden später Blasen, Ablösungen oder Haftungsprobleme bekommen.
Bei kritischen Untergründen kann eine Haftzugprüfung sinnvoll sein. Als Richtwert gilt: Ab ca. 1,5 N/mm² ist ein Untergrund in der Regel tragfähig. Werte unter 1,0 N/mm² sind kritisch.
Das zeigt: Nicht nur die Optik zählt. Die technische Basis entscheidet über Haltbarkeit und Preis.
Fliesen als Untergrund
Viele Kunden möchten einen Designboden auf vorhandenen Fliesen. Das kann funktionieren, ist aber meistens aufwendiger als ein Aufbau auf einem geeigneten Estrich.
Fliesen müssen geprüft, gereinigt, angeschliffen, grundiert und oft ausgeglichen werden. Hohle oder lose Fliesen müssen entfernt werden. Tiefe oder breite Fugen müssen gefüllt werden, damit sie sich später nicht im Design abzeichnen.
Im Pure Resin Aufbau wird für das Anschleifen von Fliesen ein Diamantschliff mit ca. Korn 40–80 genannt. Wird ein zementärer Ausgleich eingesetzt, liegt die Mindestschichtstärke bei ca. 5 mm. Als Faustregel für die Trocknung gilt: 1 mm Ausgleich entspricht ca. 1 Tag Trocknungszeit bei Normklima.
Diese Schritte kosten Material und Zeit. Sie sind aber notwendig, damit aus alten Fliesen eine geeignete Basis für den Designboden wird.
Risse, Fugen und Feuchtigkeit
Risse und Fugen sind preisrelevant, weil sie vor dem Bodenaufbau richtig behandelt werden müssen.
Estrichrisse müssen je nach Situation aufgetrennt, geklammert und mit Reaktionsharz verfüllt werden. Bewegungs- und Randfugen dürfen nicht einfach überspachtelt werden. Sie haben eine technische Funktion und müssen übernommen werden.
Auch Feuchtigkeit ist entscheidend. Bei Zementestrich wird im Pure Resin System eine Restfeuchte von unter 1,0 % CM genannt. Bei Anhydritestrich gilt ein noch strengerer Wert von unter 0,5 % CM.
Wenn diese Werte nicht passen, sollte nicht gestartet werden. Eine spätere Sanierung wäre deutlich teurer als eine saubere Prüfung vorab.
Grundierung mit Pure Resin Basic
Die Grundierung ist kein Extra, sondern Teil des Systems. Pure Resin Basic ist die wasserbasierte EP-Grundierung im Systemaufbau.
Sie erfüllt mehrere Aufgaben:
Sie sorgt für eine einheitliche Farbgebung als Grundlage für das spätere Design. Sie verfestigt den zementären Untergrund nach dem Schliff. Und sie schafft sichere Haftung für das nachfolgende Harzsystem.
Für Pure Resin Basic werden ca. 240 g/m² Verbrauch pro Auftrag angegeben. A- und B-Komponente werden 3–4 Minuten langsam gerührt. Danach erfolgt je nach technischem Merkblatt eine Wasserzugabe, in der Regel 2–5 %. Anschließend wird nochmals 3–4 Minuten gemischt.
Die Topfzeit liegt bei ca. 45 Minuten. Das bedeutet: Nach dem Anmischen muss zügig und sauber gearbeitet werden.
Zweiter Auftrag Pure Resin Basic
Im Pure Resin System wird ein zweiter Anstrich der Pure Resin Basic empfohlen. Dieser zweite Auftrag verbessert die Oberflächenfestigkeit, erhöht die Deckkraft und sorgt für ein ruhigeres Designbild.
Der zweite Auftrag wird nach vollständiger Trocknung des ersten Anstrichs pur aufgetragen, also ohne Wasserzugabe. Auch hier liegt der Verbrauch bei ca. 240 g/m².
Das bedeutet: Für zwei Aufträge Pure Resin Basic werden zusammen ca. 480 g/m² kalkuliert.
Diese Menge sollte bei der Preisplanung berücksichtigt werden.
Designbeschichtung mit Pure Resin Coating
Beim Pure Resin Coating wird im Verhältnis 40 % Komponente A zu 60 % Komponente B gearbeitet.
Beispiel:
400 g Komponente A plus 600 g Komponente B ergeben 1.000 g verarbeitungsfertiges Material.
Für die Fläche werden folgende Richtwerte genannt:
- Komponente A: ca. 400 g/m²
- Komponente B: ca. 600 g/m²
- Pure Blend Additiv: ca. 2 % der Gesamtmenge
- Pigment: je nach Farbintensität ca. 10–20 g/m²
- Verschnitt: mindestens 10 % Zuschlag
Auch das beeinflusst den Preis. Je größer die Fläche und je aufwendiger das Design, desto genauer muss geplant werden.
Beispielrechnung für 10 m² Designfläche
Für 10 m² Designfläche ergibt sich überschlägig:
- Komponente A: ca. 4.000 g
- Komponente B: ca. 6.000 g
- Gesamtmaterial A+B: ca. 10.000 g
- Pure Blend: ca. 200 g
- Pigment: ca. 100–200 g
- Plus mindestens 10 % Zuschlag für Randbereiche, Umfüllverluste, Pigmentverlust, Korrekturflächen und Rollenverlust
Diese Rechnung zeigt, warum ein Designboden nicht nur aus „ein bisschen Harz“ besteht. Es handelt sich um einen geplanten Systemaufbau mit klaren Materialmengen.
Versiegelung mit 2K-PU
Nach dem Design folgt in vielen Fällen die PU-Versiegelung. Sie verbessert Schutz, Optik und Pflegeeigenschaften.
Für die PU-Versiegelung wird ein Verbrauch von ca. 200 g/m² genannt. Vorher wird die Fläche mit Korn 240 gleichmäßig angeschliffen, bis ein sichtbarer Weißbruch entsteht. Danach wird abgesaugt und mit der Fusselrolle kontrolliert.
Die Versiegelung kann matt oder glänzend ausgeführt werden. Matt bietet einen höheren Oberflächenschutz gegen Mikrokratzer. Glänzend sorgt für mehr optische Tiefe und Spiegelwirkung.
Pure Resin Praxiswerte für die Kalkulation
Für eine realistische Kalkulation können folgende Werte berücksichtigt werden:
- Haftzugprüfung: ab ca. 1,5 N/mm² tragfähig, unter 1,0 N/mm² kritisch
- Zementestrich: Restfeuchte unter 1,0 % CM
- Anhydritestrich: Restfeuchte unter 0,5 % CM
- Fliesen schleifen: ca. Korn 40–80
- Zementärer Ausgleich auf Fliesen: mindestens ca. 5 mm
- Trocknung Ausgleich: ca. 1 Tag pro 1 mm bei Normklima
- Pure Resin Basic: ca. 240 g/m² pro Auftrag
- Zweiter Pure Resin Basic Auftrag: ca. 240 g/m²
- Pure Resin Coating: ca. 400 g/m² A und 600 g/m² B
- Pure Blend: ca. 2 % der Gesamtmenge
- Pigment: ca. 10–20 g/m²
- Verschnitt: mindestens 10 %
- PU-Versiegelung: ca. 200 g/m²
Fazit
Die Kosten für einen Designboden hängen nicht nur von der Quadratmeterzahl ab. Entscheidend sind Untergrund, Vorbereitung, Grundierung, Coating, Pigmentierung, Versiegelung und Aushärtungszeit.
Ein günstiger Preis kann teuer werden, wenn wichtige Schritte fehlen. Ein hochwertiger Designboden braucht einen sauberen Aufbau, passende Materialien und handwerkliche Erfahrung.
Häufige Fragen
Warum kann man den Preis nicht einfach am Telefon nennen?
Weil der Untergrund den Aufwand stark beeinflusst. Ohne Prüfung lässt sich nicht seriös sagen, welcher Aufbau notwendig ist.
Ist ein Designboden auf Fliesen günstiger als Fliesen entfernen?
Nicht automatisch. Fliesen müssen geprüft, gereinigt, geschliffen und oft ausgeglichen werden.
Warum ist die Grundierung preisrelevant?
Weil sie Teil des Systems ist und für Haftung, Farbgrundlage und Oberflächenfestigkeit sorgt.
Sind die Materialwerte verbindlich?
Die genannten Zahlen sind Richtwerte aus dem Pure Resin System. Maßgeblich sind immer die aktuellen technischen Merkblätter und Produktinformationen.








